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Irm Hermann 

Irm Hermann

Szenische Lesung

Werner Fritsch: Enigma Emmy Göring

Ihren ersten Auftritt als Schauspielerin hatte Irm Hermann 1966 in Rainer Werner Fassbinders Kurzfilm Die Stadtstreicher. Bis 1975 spielte sie in nahezu allen Filmen und Theaterproduktionen Fassbinders mit, u.a. in Angst essen Seele auf,
Katzelmacher
und Die bitteren Tränen der Petra von Kant. 1972 gewann sie den Deutschen Filmpreis für ihre Hauptrolle der Irmgard Epp in Fassbinders Film
Händler der vier Jahreszeiten.
1979/80 war sie in einigen Folgen von Fassbinders Berlin Alexanderplatz zu sehen und 1980 in seinem Film Lili Marleen.

Insgesamt hat sie
in ihrer Karriere in über 100 Kino- und Fernsehfilmen mitgespielt, hinzu kamen ungezählte Theater-Engagements und Rollen als Sprecherin. Abonniert auf einen bestimmten Frauentyp war Irm Hermann nach ihrer Zeit bei Fassbinder nie. Sie war die Zellengenossin von Sophie Scholl in Percy Adlons Drama
Fünf letzte Tage
(1982) und wurde dafür 1983 erneut mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Im Fernsehen spielte sie in zahlreichen Serien wie dem Tatort oder Polizeiruf 110 und brillierte in herrlich komischen Rollen, zum Beispiel als Tante Hedwig in Loriots Pappa ante Portas (1991) oder als Queen Elisabeth in Hape Kerkelings Willi und die Windzors (1996).
2009 war sie in Christoph Schlingensiefs Mea Culpa am Wiener Burgtheater zu sehen.

Irm Hermann erhielt 2009 den Deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin für die Rolle der Emmy Göring, die in naiv-spießigem Ton aus dem Nähkästchen der schockierend-verbrämten Pseudo-Tugendhaftigkeit der Nazi-Elite plaudert. Aus der Jurybegründung: "Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin verkörpert im Satyr-Spiel Enigma Emma Göring die Nazi-Gattin mit aller Verve. Ein furioser Monolog, der zeigt, wie raffiniert Emmy Göring ihre scheinbare Naivität inszenierte. Irm Hermann lässt hinter der banal-biederen Fassade böse Machtgier hervor scheinen."

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